Offener Einigungsmangel

Definition

Ein offener Einigungsmangel (§ 154 I BGB) liegt vor, wenn den Parteien bewusst ist, dass über einen oder mehrere Vertragspunkte, über die nach der Erklärung auch nur einer Partei eine Vereinbarung getroffen werden sollte, noch keine Einigung erzielt wurde.

Der offene Einigungsmangel ist gemäß § 154 I 1 BGB vom versteckten Einigungsmangel (§ 155 BGB) sowie vom Totaldissens abzugrenzen: Während beim offenen Einigungsmangel beiden Parteien die fehlende Einigung bewusst ist, glauben die Parteien beim versteckten Einigungsmangel irrtümlich, sich bereits geeinigt zu haben. Rechtsfolge des § 154 I 1 BGB ist im Zweifel, dass der Vertrag insgesamt nicht geschlossen ist. Mehr zu den einzelnen Voraussetzungen des Vertragsschlusses liefert der Artikel zum Zustandekommen von Verträgen.

4,9 bei Google · über 10.000 Studierende

In der App lernst du mit Fällen weiter.

Lernpfade und geführte Fälle findest du in der Bibliothek.