Warum Texte lesen für ein gutes Examen nicht ausreichend ist

Weniger lesen, mehr machen

Juristen werden mit Textwänden an das Examen herangeführt. Das ist nicht mehr zeitgemäß, denn: Es geht besser!

Die Lernforschung zeigt uns schon seit Langem, dass wir neue Informationen dann am besten aufnehmen, wenn unser Gehirn auf unterschiedliche Art und Weise gefordert wird. Die Beschäftigung mit monotonen und endlosen Textpassagen wie sie jeder Jurist in den heutigen Lehrbüchern noch immer vorfindet, ist also die denkbar ineffizienteste Art und Weise, sich auf das Examen vorzubereiten.

Hinweise, wie sich die Wissensvermittlung anhand unterschiedlicher Arbeitsmethoden unterscheidet, liefert die berühmte "Learning Cone". Dieses Modell ist zwar allenfalls populärwissenschaftlich, doch bietet dieses – auch als "Lernpyramide" bezeichnete – Modell Anhaltspunkte dafür, wie man richtig lernt: Nämlich durch aktive Anwendung des Wissens – und nicht nur durch den passiven Konsum von abstrakten Inhalten.

Passives lernen schafft – wenn überhaupt – Wissen. Aktives Trainieren oder Anwenden schafft eine Fähigkeit. Und genau das ist es, was ihr letztlich für eure Klausuren bzw. euer Examen benötigt: Die Fähigkeit, Klausuren in einer vorgegebenen Zeit zu lösen. Deswegen haben wir mit der digitalen Lernplattform ein System geschaffen, mit dem sich jeder Nutzer individuell in seinem Tempo Fähigkeiten antrainieren kann. Anders als in althergebrachten Lehrbüchern vermitteln wir das Wissen nämlich anhand von interaktiven, "geführten Fällen". So könnt ihr aus eigenen Überlegungen heraus Lösungen für eine Problemstellung, für eine Konstellation erarbeiten. So kommt ihr immer von eurem vorhandenen Wissen zu neuen Erkenntnissen. Dies ist die effektivste Methode, sich neue Fähigkeiten anzueignen.1

Schließlich geht es auch darum, fokussiert zu arbeiten. Das Gehirn benötigt jeweils ca. eine halbe Stunde, bis es richtig in einer Materie drin ist. Auch diese Fähigkeit kann man sich nach und nach aneignen. Durch das vernetzte Wissen von Constellatio müsst ihr euren Arbeitsplatz nicht verlassen, sollte beispielsweise während einer Zivilrechtseinheit eine Öffentlich-rechtliche Frage auftreten. Durch unsere digitale Datenbank habt ihr immer alle relevanten Informationen an einem Ort – das ist es, was euer Gehirn liebt und wie ihr schneller bessere Lernerfolge schafft.2

 

 


1Scott Young, Ultralearning: Master Hard Skills, Outsmart the Competition, and Accelerate Your Career (ISBN: 978-0008305703)

2Cal Newport, Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World (ISBN: 978-0349411903)


Fälle, Fälle, Fälle!

Mit Fällen lernen! Und zwar von Anfang an! Je mehr, desto besser! Ein Kollege hat diese wichtige Erkenntnis einmal mit der plumpen Aussage "Einfach Fälle ballern!" auf den Punkt gebracht.

Jede in die Fallbearbeitung investierte Minute ist um ein Vielfaches wertvoller als dieselbe in Vorlesungen oder Lehrbücher investierte Zeit. Und seid euch bewusst: Zeit ist knapp, auch wenn 1 bis 1,5 Jahre bis zum Staatsexamen lang erscheinen mögen.

Doch einmal ganz allgemein gefragt: Warum sollte man fallorientiert lernen anstatt mit Lehrbüchern von bekannten Professoren oder mit übersichtlich erscheinenden Skripten? Hier einige schnelle Argumente, die man bereits "aus dem Gefühl heraus" findet:

  • Mit Fällen lernen macht mehr Spaß
  • Man spürt einen Lernfortschritt
  • Nur so bekommt man ein Gefühl für gewisse Konventionen und Begriffsinterpretationen
  • Problembewusstsein wird geschult – Nur so wisst ihr, an welchen Stellen in der Klausur richtig reinbuttern müsst
  • Die Angst vor unbekannten Konstellationen beseitigen

 

Diese einfachen Argumente sind jedoch nicht einfach nur so dahergesagt, sondern sie lassen sich auch wissenschaftlich belegen.1 Deshalb lernt ihr mit Constellatio immer fallorientiert, während ihr gleichzeitig mit dem Constellatio Lexikon immer jegliche abstrakte Erläuterungen von Rechtsinstituten mit einem Klick entfernt habt. So werden die Möglichkeiten der Digitalisierung also auch wirklich genutzt – vernetztes Wissen immer nur einen Klick entfernt. So könnt ihr ohne Ablenkung und maximal fokussiert lernen, eben genau so, wie es auch die Besten machen.2

 

 


1Gary Keller, The ONE Thing: The Surprisingly Simple Truth Behind Extraordinary Results (ISBN: 978-1885167774)

2Nir Eyal, Indistractable: how to control your attention and choose your life (ISBN: 978-1526610201)


Deep Learning

In der Examensvorbereitung geht es auch darum, die verfügbare Zeit möglich effizient zu nutzen. Die besten Lerninhalten bringen nichts, wenn diese nicht richtig "konsumiert" werden.

Hier kommt das Konzept des "Deep Learning" ins Spiel – angelehnt an "Deep Work", beschrieben von Cal Newport in seinem Buch aus dem Jahr 2016. Es geht darum, die kognitiven Leistungen an die Grenzen zu führen. Es ist nachweislich so, dass das Gehirn immer eine gewisse "Einarbeitungszeit" benötigt, bevor es mit einem 100%-igen Fokus an einer Sache "arbeiten" kann.

In der Zeit bis zum Examen müsst ihr euch in die Lage versetzen, eine unglaubliche Menge an Stoff in kurzer Zeit zu verstehen. Diese enorme Herausforderung kann nur bewältigt werden, wenn ihr euch der Sache richtig nähert. Ihr müsst euch bewusst machen, dass ihr richtig "in die Tiefe arbeiten" müsst – nur oberflächlich ein paar juristische Texte lesen wird euch kein erfolgreiches Examen bescheren.

Im folgenden Stellen wir euch dar, wie man sein Gehirn an die Leistungsgrenze treiben kann und wie ihr das beste aus eurer Lernzeit herausholt. Eine Sache vorab: Das Smartphone ist dabei alles andere als euer Freund. Ein klarer Fokus ist sehr wichtig.1

Ihr müsst euch darüber hinaus bewusst machen, dass der Mensch nur durch Wiederholung nachhaltig lernt. Es hat durchaus einen Sinn, warum zum Beispiel Fußballspieler immer wieder aufs Neue eigentlich bereits bekannte Bewegungen trainieren. So müsst ihr euch das auch für euer Gehirn vorstellen.

Dazu ein bildliches Beispiel: Wenn ihr euch eine Sache nur einmal durchlest, könnt ihr euch das vorstellen, als wärt ihr auf einer Wiese einmal quer über das hohe Gras gelaufen. Ein paar Grashalme sind umgeknickt und man kann so ungefähr erkennen, wo ihr entlang gelaufen seid. Erst wenn ihr aber immer und immer wieder den gleichen Weg entlang lauft, wird sich irgendwann ein Trampelpfad bilden – bezogen auf euer Gedächtnis ist erst ab diesem Zeitpunkt sichergestellt, dass ihr schnell und ohne großes Nachdenken den Weg zu abgespeicherten Informationen in eurem Kopf findet.2

Schließlich geht es auch darum, euch gewisse Routinen anzueignen. Dazu muss man wissen, dass es sich bei dem Bild der "Lerntypen" um eine populärwissenschaftliche Falschannahme handelt.3 Vielmehr ist es für den Lernerfolg nicht wichtig, ob man "bildlich", mit Text oder mit Audio lernt. Sondern die Routinen sind wichtig – das Gehirn benötigt immer ein gewisses Setting, um sich bereit zu machen. So kann es beispielsweise sehr sinnvoll sein, jeden Tag am gleichen Platz in der Bibliothek zu sitzen. Auch sind gleiche Lernzeiten eine gute Unterstützung für den Lernerfolg.4

Dem ganzen Team von Constellatio ist es sehr wichtig, euch einen umfassenden Überblick über euer Lernen zu geben. Neben erstklassigen Juristischen Inhalten sind wir auch bei allen Fragen rund um das "Lernen, wie man lernt" für euch da.

 

 


1Tim Reichel, Busy is the new stupid – Wie du endlich mehr Zeit für das Wesentliche gewinnst (ISBN: 978-3959723060)

2Barbara Oakley PhD, Learning How to Learn: How to Succeed in School Without Spending All Your Time Studying (ISBN: 978-0143132547)

3Daniel Kahneman, Thinking, Fast and Slow (ISBN: 978-0374533557)

4James Clear, Atomic Habits: An Easy & Proven Way to Build Good Habits & Break Bad Ones (ISBN: 978-0735211292)


Das Examen im Schlaf bewältigen

Ein gesunder Schlaf ist für die Regenerierung von intensiven Lerntagen und somit für ein erfolgreiches Examen nicht zu unterschätzen. Leider beachten die Wenigsten das enorme Potential, welches im richtigen und ausreichenden Schlaf – im wahrsten Sinne des Wortes – liegt.

Im Folgenden wollen wir euch ein paar grundlegende Hinweise zum guten Schlaf geben. Wer sich weiter informieren möchte, findet am Ende des Blogs ein paar Literaturhinweise.

Grundlage eines guten Schlafes ist zunächst einmal eine gute "Schlafhygiene". Dieses vielleicht kurios erscheinende Wort beschreibt zunächst nichts anderes, als dass gewisse Routinen und Settings einen erholsamen Schlaf sicher stellen können.

  • Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Deswegen ist es elementar, dass ihr jeweils zur gleichen Zeit ins Bett geht. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob ihr um 20 Uhr oder um 01 Uhr schlafen geht. Mit der Zeit wird der Körper aber automatisch entsprechend eurer "normalen" Schlafenszeit die Bioaktivitäten herunterfahren. So schlaft ihr schneller ein.
  • Vermeidet ca. 20 min vor dem Schlafen gehen "blaues Licht", also insbesondere Licht von digitalen Bildschirmen. Ein solches Licht verhindert den Eintritt in die Ruhephase. Mehr und mehr Smartphones bieten daher einen Modus, mit dem der Blau-Anteil am Bildschirm-Licht reduziert werden kann.
  • Beachtet, dass der Schlaf in Phasen abläuft. Eine vollständige Schlafphase dauert ca. 3 h. Erst nach ca. einer halbe Stunde Schlaf tritt der Körper in die Tiefschlafphase ein. Dies ist auch der Grund, warum man sich häufiger mehr gerädert als zuvor fühlt, wenn man einen Mittagschlaf abhält, der länger als 30 min dauert.
  • Macht euch vor dem Schlafen gehen bewusst, was ihr am nächsten Tag erreichen wollt. Dies führt regelmäßig zu einer Entspannung und sorgt für einen besseren Tiefschlaf.1
  • Genau wie der Beginn des Schlafes ist das Ende des Schlafes relevant: Baut euch in euren Morgen gewisse Routinen ein. Dies muss nicht immer gleich die neueste Yoga-Übung sein. Es ist zum Beispiel schon sehr hilfreich, wenn man morgens direkt nach dem Aufstehen erst ein Mal ein großes Glas Wasser trinkt.2
  • Für die Morgenroutine kann es auch hilfreich sein, sich – so abstrus das klingen mag – erst ein Mal sein Bett zu machen. Dies verhindert, dass man sich doch nochmal hinlegt. Außerdem freut man sich, wenn man nach einem langen Tag in der Bib nach Hause kommt und ein Bett vorfindet, das einem Hotelbett ähnelt. Dies sind übrigens nicht die einzigen positiven Folgen einer solchen Routine.3

 

 


1Hal Elrod, The Miracle Morning: The 6 Habits That Will Transform Your Life Before 8AM (ISBN: 978-1473668942)

2Robin Sharma, The 5AM Club: Own Your Morning. Elevate Your Life. (ISBN: 978-1443460712)

3Admiral William H. McRaven, Make Your Bed: Little Things That Can Change Your Life...And Maybe the World (ISBN: 978-1455570249)